DeutschEnglishFrancais
5.2.2012 : 20:51

Die Kapselfibrose bei Brustvergroesserung

Eine Kapselfibrose kann sich nach einer Brustvergrößerung entwickeln. Diese tritt in den meisten Fällen im ersten Jahr nach der Operation auf. Was ist nun eigentlich eine Kapselfibrose? Durch das Einbringen von Fremdkörpern (hier Brustimplantate) unter die Haut bildet der Körper eine Schutzhülle um die Brustimplantate und „kapselt“ sie so ab. Diese Kapsel, die durch die sog. Fibroblasten produziert wird, müssen Sie sich als dünne Haut vorstellen. Warum es nun zu einer Kapselfibrose bei einer Brustvergrößerung kommt, ist noch nicht genau geklärt. Man nimmt an, dass  es durch Reize, z.B. eine bakterielle Besiedlung, zur Ausbildung einer dickeren und somit stabileren Bindegewebsschicht kommt. Hierdurch werden die Brustimplantate gegen den Körper besser abgegrenzt. In diesem Fall spricht man von einer Kapselfibrose, da die bindegewebige Haut hart und dick wird. Sie als Patientin leiden dann unter Schmerzen und einer unschönen Brust. 

Um das Ausmaß der Kapselfibrose beschreiben zu können, wird die Kapselfibrose in vier Schweregrade eingeteilt:
Kapselfibrose Baker I: das Brustimplantat ist von einer weichen Kapsel umgeben und fühlt sich wie eine normale Brust an. Eventuell ist die Kapselfibrose im Ultraschall erkennbar.
Kapselfibrose Baker II: das Bindgewebe um das Brustimplantat ist etwas verhärtet. Die betroffene Brust kann hierdurch spannen und schmerzen.
Kapselfibrose Baker III: das Bindegewebe um das Brustimplantat ist mäßig verhärtet und es zeigt sich eine beginnende Verformung der Brustimplantate durch Zunahme der Kapselfibrose.
Kapselfibrose Baker IV: das Bindegewebe um die Brustimplantate ist stark geschrumpft und es kommt zu krotesken Verformungen der Brust sowie eventuell zu starken Schmerzen.

Bei der vierten und schwersten Form der Kapselfibrose kann das Bindgewebe so weit schrumpfen, so dass die Brustimplantate gequetscht werden und die Form einer Kugel annehmen. Es besteht die Gefahr, dass durch die Kapselfibrose die Brustimplantate platzen. In diesem Fall spricht man von dem sog. „Tennisballphänomen“.
Brustimplantate bei einer Kapselfibrose sollten spätestens ab dem Stadium III nach Baker ausgetauscht werden. Zur Vermeidung eines Rezidives der Kapselfibrose werden neuartigere Implantatarten verwendet, die durch ihre Oberflächenstruktur weniger Fremdkörpersignale an den Körper senden. Durch eine Implantatverlagerung unter den Brustmuskel und kleinere Brustimplantate ist eine bessere Bedeckung der Brustimplantate gewährleistet. Das erneute auftreten einer Kapselfibrose kann eventuell durch diese Maßnahmen vermieden werden.
Leichtere Formen der Kapselfibrose können durch eine endoskopische Kapsulotomie behoben werden. Durch einen kleinen Hautschnitt wird hier die Kapsel mit einem speziellen Instrumentarium „minimal invasiv“ eingeschnitten. Das Brustimplantat erhält wieder mehr Platz und zeigt wieder eine natürlichere Form. Die Rezidivrate der Kapselfibrose bei einer Kapsulotomie ist leider sehr hoch. Bei einer stärker ausgeprägter Kapselfibrose hilft nur die Entfernung der Kapselfibrose sowie ein Austausch der Brustimplantate. Wenn eine erneute Kapselfibrose trotz  Austausch der Brustimplantate auftritt, sollte man sich Gedanken über die Entfernung der  Brustimplantate machen. In diesem Fall ist eine Straffung des restlichen Brustgewebes erforderlich.


Eine Garantie, dass keine erneute Kapselfibrose auftritt kann und wird Ihnen kein seriöser Operateur geben. Nur ohne Brustimplantate sind Sie vor einer Kapselfibrose sicher.

TIPP Kapselfibrose

Bei Beschwerden durch eine Kapselfibrose kommt es zu einem Spannungsgefühl und Schmerzen in der Brust. Suchen Sie umgehend bei dem Verdacht auf eine Kapselfibrose Ihren Operateur auf. Er wird Ihnen sagen , ob bei Ihnen eine Kapselfibrose aufgetreten ist.

Kontaktformular Kapselfibrose

Bei weiteren Fragen zur Kapselfibrose senden Sie uns eine Email.